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Das Wichtigste in Kürze
- Equines Asthma ist eine chronische Atemwegserkrankung beim Pferd. Früher wurde sie auch als RAO, COB oder Dämpfigkeit bezeichnet [1].
- Die Erkrankung kommt häufig vor: Viele Pferde zeigen leichte Beschwerden, manche entwickeln schwere Atemprobleme [2].
- Ursache ist eine dauerhafte Entzündung der unteren Atemwege. Dadurch bilden sich vermehrt Schleim und Verengungen der Bronchien, was dem Pferd das Atmen erschwert [2].
- Die wichtigste Maßnahme ist eine möglichst staubarme Haltung, zum Beispiel durch gutes Stallklima und staubarmes Futter.
- Cystus Equine® (Cistus incanus) enthält natürliche Pflanzenstoffe (Polyphenole), die antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften besitzen und die Atemwege unterstützen können [3, 4].
Was steckt hinter dem Begriff „Equines Asthma“?
Wenn ein Pferd regelmäßig hustet, nach dem Training ungewöhnlich lange nach Luft schnappt oder bei der Ausatmung angestrengt wirkt, kann Equines Asthma dahinterstecken. Seit 2016 fasst die Fachwelt verschiedene chronische, nicht-infektiöse Atemwegserkrankungen des Pferdes unter diesem Begriff zusammen. Zuvor wurden unterschiedliche Bezeichnungen wie RAO (Recurrent Airway Obstruction), IAD (Inflammatory Airway Disease), COB (chronisch-obstruktive Bronchitis) oder einfach „Dämpfigkeit“ verwendet, abhängig von Schweregrad und Region [1, 2].
Man unterscheidet dabei zwei Hauptformen:
Mildes bis moderates Equines Asthma (früher IAD): Betroffene Pferde wirken häufig weniger leistungsbereit, husten gelegentlich oder erholen sich nach der Belastung langsamer. In Ruhe fällt die Atmung meist nicht auf. Studien zeigen, dass diese Form bei bis zu 80 % aller Vollblüter und Traber vorkommen kann, oft zunächst ohne deutliche Symptome [1].
Schweres Equines Asthma (früher RAO): Hier treten deutliche Atemprobleme auf: häufiges Husten, Nasenausfluss und sichtbar angestrengte Atmung. Typisch ist die sogenannte „Dampfrinne“, eine ausgeprägte Bauchmuskulatur durch die erhöhte Anstrengung beim Ausatmen. Diese Form betrifft ca. 14 bis 17 % der Warmblüter in Stallhaltung [1].
Zum Vergleich: Bei Wildpferden liegt die Rate chronischer Atemwegserkrankungen unter 1 % [2]. Ein deutlicher Hinweis darauf, wie stark Haltung und Management die Entstehung dieser Erkrankung beeinflussen.
Was passiert in der Lunge des Pferdes bei Equinem Asthma?
Das zentrale Problem beim Equinen Asthma ist eine chronische Entzündung der unteren Atemwege, ausgelöst durch eingeatmete Staub- und Schimmelpartikel wie Pilzsporen, Heu- und Strohbestandteilen sowie Milben. Bei empfindlichen oder genetisch veranlagten Pferden reagiert das Immunsystem darauf übermäßig stark [5].
Eine zentrale Rolle spielen dabei Neutrophile, spezielle Immunzellen, die in die Atemwege einwandern und dort entzündungsfördernde Botenstoffe wie IL-8 und TNF-alpha freisetzen [6]. Bei schwer erkrankten Pferden bilden sich zudem vermehrt sogenannte NETs (Neutrophil Extracellular Traps), die als Zeichen einer starken Immunreaktion gelten und eng mit dem Schweregrad der Erkrankung zusammenhängen [7].
Gleichzeitig entsteht oxidativer Stress: Aggressive Sauerstoffverbindungen (reaktive Sauerstoffspezies, ROS) treiben die Entzündung weiter an und fördern die Freisetzung weiterer Entzündungsstoffe [8]. Ein Kreislauf, der die Erkrankung dauerhaft aufrechterhalten kann.
Die häufigsten Auslöser von Equinem Asthma beim Pferd und was im Alltag hilft
Equines Asthma entsteht nicht über Nacht. Es ist das Ergebnis einer genetischen Veranlagung kombiniert mit anhaltenden Umweltbelastungen. Die häufigsten, gut belegten Auslöser:
#1: Heu- und Strohstaub
Die wichtigste Ursache. Staubpartikel aus minderwertigem oder feuchtem Heu enthalten Schimmelpilzsporen und bakterielle Endotoxine, die direkt die Atemwegsschleimhaut reizen [9]. Je feuchter das Heu bei der Einlagerung war, desto höher ist der Sporengehalt.
📌 Was hilft:
- Heu befeuchten oder bedampfen: Durch Einweichen oder Bedampfen lässt sich die Staubbelastung deutlich reduzieren. Das Wasser sollte täglich erneuert werden, damit sich keine Keime vermehren [10].
- Staubarmes Einstreu verwenden: Holzspäne, Leinenstroh, Papier oder Gummimatten sind meist deutlich besser geeignet als klassisches Weizenstroh.
- Kein Heulager über den Pferdeboxen: Beim Öffnen von Heuballen entstehen feine Staubpartikel, die sich direkt im Stall verteilen.
- Heufütterung möglichst bodennah: Studien zeigen, dass Pferde beim Fressen aus Heunetzen mehr Staub aufnehmen als bei der Fütterung vom Boden [10].
- Futterqualität ernst nehmen: Lass dein Heu regelmäßig auf Keimzahl und Sporengehalt untersuchen. Was gut riecht und sauber aussieht, ist nicht zwingend auch verträglich für die Atemwege.
#2: Schlechte Stallbelüftung
In schlecht belüfteten Boxen akkumulieren Staub, Ammoniak und Keime – ein dauerhafter Reiz für die Atemwege.
📌 Was hilft:
- Frischluft priorisieren: Offenstallhaltung oder sehr gut belüftete Boxen unterstützen die Atemwege spürbar. Auch Medikamente wie Corticosteroide wirken in gut belüfteter Umgebung nachweislich besser.
- Ausmisten ohne Pferd: Der Moment des Ausmistens erzeugt die höchste Staubbelastung des Tages. Das Pferd sollte dabei nicht in der Box stehen.
- Täglich frische Luft: Mindestens 4 bis 6 Stunden Weidegang oder Auslauf, auch im Winter. Frischluft ist der beste „Bronchodilatator“.
- Boxennachbarn bedenken: Selbst wenn dein Pferd gedämpftes Heu bekommt – das Staubheu des Stallnachbarn liegt in der gemeinsamen Luft.
#3: Genetische Veranlagung
Mehrere Chromosomenregionen (ECA13 und ECA15) wurden mit einer erhöhten Krankheitsanfälligkeit für Equines Asthma in Verbindung gebracht [5]. Bei betroffenen Pferden ist eine konsequente Umweltoptimierung besonders wichtig, da die genetische Grundlage nicht beeinflusst werden kann.
#4: Infekte als Trigger
Ein nicht vollständig ausgeheilter Atemwegsinfekt kann die Schleimhäute dauerhaft hyperreaktiv machen und so den Grundstein für Equines Asthma legen.
📌 Was hilft:
- Infekte konsequent ausheilen lassen: Kein Training unter laufendem Infekt. Erst wenn das Pferd mindestens drei Tage symptomfrei ist, langsam wieder belasten.
- Schleimhäute in der Erholungsphase unterstützen: Pflanzliche Begleitmaßnahmen wie Cistus incanus können in der Phase nach einem Infekt die Atemwegsschleimhaut begleiten, da die enthaltenen Polyphenole antioxidative Eigenschaften besitzen [3, 4].
- Stallnachbarn bedenken: Kranke Pferde in der Gruppe sind ein Ansteckungsrisiko. Räumliche Trennung während einer Atemwegserkrankung schützt empfindliche Tiere.
Wann sollte man zum Tierarzt?
Sofort zum Tierarzt, wenn:
- Das Pferd in Ruhe erkennbar angestrengt atmet oder die Flanken pumpen
- Fieber über 38,5 °C besteht
- Das Pferd Futter verweigert oder deutlich apathisch wirkt
- Nasenausfluss eitrig oder blutig ist
- Husten plötzlich und stark einsetzt
Equines Asthma ist nur durch eine tierärztliche Untersuchung sicher zu diagnostizieren und vom Schweregrad her einzuordnen. Zur Diagnose gehören neben der klinischen Untersuchung meist eine Endoskopie der Atemwege sowie eine zytologische Untersuchung der BAL-Flüssigkeit. Nur so lässt sich zwischen mildem und schwerem Equinen Asthma unterscheiden [10].
Cistus incanus bei Pferden mit Equinem Asthma: Was sagt die Wissenschaft?
Die graubehaarte Zistrose (Cistus incanus) ist seit Jahrhunderten in der Mittelmeerregion als Heilpflanze bekannt. In der Volksmedizin wurde sie traditionell bei Atemwegsinfektionen, entzündlichen Erkrankungen und Fieber eingesetzt [3]. In den letzten Jahren hat die moderne Forschung begonnen, diese Überlieferungen systematisch zu untersuchen – und das mit interessanten Ergebnissen.
Cistus incanus gilt als eine der polyphenolreichsten Pflanzen Europas. Ihre Hauptwirkstoffe, darunter Ellagitannine, Flavonoide wie Quercetin und Rutin, Catechine und Phenolsäuren, besitzen antioxidative Eigenschaften [3, 4]. Die EFSA empfiehlt Cistus incanus ausdrücklich als natürliche Antioxidansquelle.
Warum ist das beim Equinen Asthma relevant?
Weil oxidativer Stress und Entzündungsbotenstoffe wie TNF-alpha, IL-6 und IL-1beta zentrale Treiber der Erkrankung sind [6], könnten die Polyphenole den Pferdorganismus unterstützen. Sie neutralisieren reaktive Sauerstoffspezies (ROS) und senken diese Botenstoffe dosisabhängig, bei IL-1beta um bis zu 75 % [12]. Zudem reduzierte ein polyphenolreicher Extrakt in einer placebokontrollierten Studie mit 160 Patienten den Entzündungsmarker CRP [11], vermutlich über eine Hemmung des NF-kappaB-Signalwegs [12].
Zusätzlich bilden hochmolekulare Polyphenole eine Schutzschicht auf der Schleimhaut und erschweren so das Andocken von Schadpartikeln und Erregern an Epithelzellen. In Zellkulturen und einem Mausmodell zeigte ein Cistus-Extrakt dabei stärkere antivirale Effekte gegen Influenzaviren als das synthetische Grippemittel Oseltamivir [11]. Da virale und bakterielle Infekte häufig Trigger des Equinen Asthmas sind, könnte dies klinisch relevant sein.
Und beim Pferd mit Equinem Asthma?
Dass Polyphenole auch direkt an Pferdezellen wirken, zeigen In-vitro-Untersuchungen an Lymphozyten älterer Pferde: Verschiedene Polyphenole, darunter Quercetin und Resveratrol, reduzierten die Produktion proinflammatorischer Zytokine messbar [13]. Lange fehlten direkte Daten am Pferd. Eine 2025 veröffentlichte Pilot-Studie der University of Georgia hat diese Lücke erstmals geschlossen [14].
Die Forschenden teilten die Studie in zwei Teile. Im ersten Teil erhielten zehn Pferde mit Equinem Asthma und acht gesunde Pferde über sechs bis acht Wochen ein Polyphenol-Supplement, kombiniert mit staubarmer Haltung. Im zweiten Teil wurden fünf asthmatische Pferde in zwei Gruppen aufgeteilt: Eine Gruppe bekam das Supplement, die andere nicht. Anschließend wurden beide Gruppen gezielt einer staubigen Heubelastung ausgesetzt, um zu sehen, wie die Lunge reagiert.
Die Ergebnisse sind bemerkenswert. Bei den Pferden, die das Supplement bekamen, sank der Anteil der Neutrophilen in der Lungenspülflüssigkeit signifikant – also jener Immunzellen, die beim Equinen Asthma die Entzündung in den Atemwegen antreiben. Gleichzeitig ging auch die Konzentration des Entzündungsbotenstoffs IL-6 in der Lunge messbar zurück. Besonders eindrücklich: Obwohl die Pferde gezielt mit Staub konfrontiert wurden, zeigten jene mit Supplement niedrigere Atemfrequenzen und häufiger unauffällige Befunde bei der Atemwegsuntersuchung [14].
Die Studienpopulation ist noch klein und weitere Untersuchungen sind nötig. Aber die Ergebnisse bestätigen erstmals direkt am Pferd, was Zell- und Humanstudien bereits gezeigt haben: Polyphenole können die Entzündungsreaktion in der Lunge abschwächen und klinische Symptome verbessern, wenn sie mit einer angepassten Haltung kombiniert werden.
Was das für die Praxis bedeutet: Cystus Equine® als Begleitmaßnahme
Cystus Equine® ist kein Ersatz für eine tierärztliche Therapie und unterstützt lediglich die normale Funktion der Atemwege. Beim schweren Equinen Asthma sind Corticosteroide und Bronchodilatatoren das Mittel der Wahl. Was die Polyphenole der Zistrose als Begleitmaßnahme leisten können: oxidativen Stress reduzieren, die Atemwegsschleimhaut schützen und das Abwehrsystem langfristig unterstützen – besonders in belastungsreichen Phasen wie Frühling oder Winter. Die aktuelle Studie von Andrews et al. [14] liefert dafür erstmals direkte Belege am asthmatischen Pferd.
Fazit: Equines Asthma beim Pferd gezielt managen
Equines Asthma ist weit verbreitet, wird häufig unterschätzt und ist aber bei rechtzeitiger Diagnose gut zu managen. Der wichtigste Ansatz bleibt eine konsequente Optimierung von Haltung und Umweltbedingungen.
Polyphenole, die Bestandteil von Cistus incanus sind, können die Atemwegsschleimhaut unterstützen und oxidativen Stress reduzieren. Dass das nicht nur Theorie ist, zeigt eine aktuelle Studie der University of Georgia [14]. Die Studienpopulation ist noch klein, die Ergebnisse aber vielversprechend.