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Das Wichtigste in Kürze
● Magenbeschwerden wie Magengeschwüre beim Pferd entstehen häufig durch Stress, falsche Fütterung oder intensive körperliche Anstrengung
● Natürliche Hausmittel wie Leinsamen und Kamille* können die Magenschleimhaut schützen und regenerieren
● Eine angepasste Fütterung mit viel Raufutter und reduziertem Kraftfutter ist essentiell für die Magengesundheit
● Bei anhaltenden Symptomen wie Kolik, Zähneknirschen oder Futterverweigerung sollte ein Tierarzt konsultiert werden
Wie kritisch ist ein Magengeschwür beim Pferd?
Ein Magengeschwür signalisiert meist ein Ungleichgewicht zwischen der Magensäureproduktion und den natürlichen Schutzmechanismen der Magenschleimhaut. Besonders problematisch wird es, wenn die Säureproduktion durch Stress oder falsche Fütterung übermäßig angeregt wird, während gleichzeitig zu wenig schützender Speichel gebildet wird.
Ignorierst du die ersten Anzeichen, können sich die Beschwerden verstärken und zu chronischen Magenproblemen entwickeln. In schweren Fällen kann eine unbehandelte Magenschleimhautentzündung sogar zu Koliken oder anderen Verdauungsstörungen führen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn dein Pferd zusätzlich Symptome wie Koppen, Zähneknirschen, Flehmen oder wiederholtes Gähnen beim Fressen zeigt.
Die 3 häufigsten Ursachen
Magengeschwüre beim Pferd können aus verschiedenen Problemen heraus entstehen, jedoch gibt es drei typische Ursachen, auf die du besonders achten solltest:
● Falsche Fütterung: Zu viel Kraftfutter, zu wenig Raufutter oder lange Fresspausen führen zu einem ungünstigen pH-Wert im Magen und reizen die Magenschleimhaut durch überschüssige Magensäure.
● Stress und intensive Belastung: Turniere, Transport oder intensives Training können bei Pferden Stress auslösen, der die Magensäureproduktion anregt und gleichzeitig die natürlichen Schutzmechanismen schwächt.
● Medikamente und Behandlungen: Schmerzmittel oder andere Medikamente können die Magenschleimhaut angreifen und bei längerer Anwendung zu Magenproblemen führen.
6 bewährte Hausmittel gegen Magenbeschwerden beim Pferd
Die folgenden natürlichen Mittel haben sich in der Praxis bewährt und können die Magenschleimhaut schützen sowie die Genesung unterstützen. Wichtig sind dabei die richtige Anwendung und Dosierung, um optimale Ergebnisse zu erzielen und eine nachhaltige Besserung zu erreichen.
Hausmittel #1: Cystus (Graubehaarte Zistrose)
Cistus incanus, auch bekannt als Graubehaarte Zistrose, ist reich an Gerbstoffen, die eine natürlich schützende Wirkung auf die Magenschleimhaut haben [1].
Anwendung: 15-20 g Cystus Equine® Bio Granulat pro 100 kg Körpergewicht täglich über das Futter geben, aufgeteilt auf 2-3 Portionen.
Hausmittel #2: Leinsamen
Leinsamen bilden beim Quellen eine schleimige Substanz, die sich wie ein natürlicher Schutzfilm auf die Magenschleimhaut legt. Der Schleim kann die gereizte Magenschleimhaut beruhigen und vor überschüssiger Magensäure schützen. Zusätzlich liefern Leinsamen wertvolle Omega-3-Fettsäuren, die entzündungshemmend wirken [2].
Anwendung: 50-100 g geschrotete Leinsamen täglich über Nacht in warmem Wasser quellen lassen und als Mash verfüttern.
Hausmittel #3: Kamille*
Kamille wirkt beruhigend und entzündungshemmend auf den gesamten Verdauungstrakt. Die ätherischen Öle und Flavonoide können Krämpfe lösen und die Heilung der Magenschleimhaut fördern. Kamille ist besonders geeignet für Pferde mit empfindlichem Magen oder stressbedingten Magenproblemen [3].
Anwendung: 20-30 g getrocknete Kamillenblüten als Tee aufbrühen, abkühlen lassen und täglich über das Futter geben oder separat anbieten.
Hausmittel #4: Ulmenrinde
Die Rinde der Rotulme enthält Schleimstoffe, die die Magenschleimhaut stärken können. Diese natürliche Barriere hilft dabei, die empfindliche Schleimhaut vor aggressiver Magensäure zu schützen und gleichzeitig die Heilung zu fördern. Ulmenrinde ist besonders mild und wird auch von empfindlichen Pferden gut vertragen [3].
Anwendung: 15-25 g Ulmenrindenpulver täglich mit etwas Wasser anrühren und über das Futter geben.
Hausmittel #5: Süßholzwurzel*
Die Süßholzwurzel kann die körpereigene Schleimproduktion anregen und hat gleichzeitig entzündungshemmende Eigenschaften. Die enthaltenen Saponine können dabei helfen, die natürlichen Abwehrmechanismen der Magenschleimhaut zu stärken. Süßholzwurzel wirkt außerdem beruhigend auf den gesamten Verdauungstrakt [4].
Anwendung: 10-20 g Süßholzwurzelpulver täglich über das Futter streuen, nicht länger als 4 Wochen am Stück verwenden.
Hausmittel #6: Pfefferminze*
Pfefferminze hat einen krampflösenden Effekt und kann bei Magenbeschwerden beruhigend wirken [5]. Die ätherischen Öle können die Verdauung fördern und gleichzeitig entzündliche Prozesse hemmen. Pfefferminze ist besonders hilfreich bei stressbedingten Magenproblemen und kann das allgemeine Wohlbefinden des Pferdes verbessern.
Anwendung: 15-25 g getrocknete Pfefferminzblätter täglich über das Futter geben oder als Tee zubereiten und abgekühlt anbieten.
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Vorbeugen ist besser als behandeln: 5 Präventions-Tipps
Magenbeschwerden entstehen oft durch kleine Probleme im Alltag, die sich aufsummieren. Hoher Stress, falsche Fütterung und kurze Ruhephasen sind häufig Auslöser, können aber meist recht einfach verhindert werden. Statt der Behandlung von Magenproblemen empfehlen wir schon heute vorzusorgen, um Magenprobleme bei deinem Pferd zu reduzieren und langfristig für eine stabile Magengesundheit zu sorgen.
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Regelmäßige Raufuttergabe: Sorge dafür, dass dein Pferd mindestens 12-14 Stunden täglich Zugang zu qualitativ hochwertigem Heu oder Gras hat. Lange Fresspausen sollten vermieden werden, da die Magensäure stärker auf einen leeren Magen wirkt, was schnell zu Magenproblemen führen kann.
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Kraftfutter reduzieren und aufteilen: Teile die tägliche Kraftfutterration auf mehrere kleine Portionen auf und reduziere zucker- und stärkereiche Futtermittel. Hafer sollte nur in geringen Mengen gefüttert werden, da er die Magensäureproduktion stark anregt.
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Stress minimieren: Schaffe eine ruhige Stallatmosphäre und vermeide unnötigen Stress durch häufigen Standortwechsel oder aggressive Herdendynamik. Bei Turnieren oder Transport kannst du präventiv magenschonende Kräuter füttern. Aber Achtung: Einige Kräuter können als Doping-Mittel eingestuft werden. Informiere dich vorher in unserem Doping-Guide.
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Ausreichend Weidegang: Pferde, die täglich mehrere Stunden auf der Weide stehen können, haben deutlich seltener Magenprobleme. Das kontinuierliche Grasen fördert die Speichelproduktion. Die Bewegung sorgt zudem für eine bessere Verdauung des Pferdes.
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Regelmäßige Fütterungszeiten: Etabliere feste Fütterungszeiten und vermeide abrupte Futterumstellungen. Eine gleichmäßige Fütterungsroutine hilft dem Verdauungssystem, sich optimal auf die Nahrungsaufnahme einzustellen.
📌 Praxis-Tipp: Biete deinem Pferd vor intensivem Training immer eine kleine Portion Heu an. Das schützt die Magenschleimhaut vor den Auswirkungen der erhöhten Säureproduktion.
Wann ein Tierarzt nötig ist
Auch wenn natürliche Mittel oft gute Erfolge erzielen, gibt es Situationen, in denen professionelle tierärztliche Hilfe unerlässlich ist. Bei folgenden Warnsignalen solltest du nicht zögern und umgehend einen Tierarzt kontaktieren:
● Anhaltende Futterverweigerung über mehrere Tage
● Kolik-Symptome oder starke Bauchschmerzen
● Deutlicher Gewichtsverlust trotz ausreichender Fütterung
● Häufiges Koppen oder intensives Zähneknirschen
● Apathie oder deutlich veränderte Wesensart
● Durchfall oder andere schwere Verdauungsstörungen
● Fieber oder andere Anzeichen einer Erkrankung
Eine tierärztliche Untersuchung kann durch eine Gastroskopie den genauen Zustand der Magenschleimhaut aufzeigen und die Schwere der Erkrankung bestimmen. Nur so lässt sich feststellen, ob zusätzlich zur natürlichen Behandlung temporär auch Medikamente nötig sind, um die Säureproduktion zu hemmen.
Fazit
Magengeschwüre beim Pferd sind ein ernstzunehmendes, aber durchaus behandelbares Problem. Mit den richtigen natürlichen Hausmitteln und einer angepassten Fütterung kannst du deinem Pferd effektiv helfen und langfristig für eine stabile Magengesundheit sorgen. Wichtig ist dabei Geduld und Konsequenz, da natürliche Heilung Zeit braucht. Bei Unsicherheiten oder schweren Symptomen scheue dich nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
*Die markierten Pflanzen sind dopingrelevant und sollten daher mindestens 48 Stunden vor dem Turnier nicht mehr verzehrt werden.