sich juckendes Pferd

Pilz beim Pferd loswerden: 5 natürliche Hausmittel gegen Hautpilz

Kahle Stellen am Fell und quälender Juckreiz können auf einen Hautpilzbefall deines Pferdes hindeuten. Insbesondere die Ansteckungsgefahr für andere Pferde macht ein schnelles Handeln erforderlich.

Um Haut und Fell deines Pferdes auf schonende Weise zu unterstützen, stellen wir dir hier 5 natürliche Hausmittel vor.

Das Wichtigste in Kürze

     Hautpilz beim Pferd ist ansteckend und erfordert konsequente Behandlung               

     Natürliche Hausmittel können die Heilung unterstützen und das Immunsystem stärken

     Vorbeugende Maßnahmen sind der beste Schutz vor Pilzinfektionen

     Bei starkem Befall oder geschwächten Pferden solltest du einen Tierarzt konsultieren

Wie kritisch ist Hautpilz beim Pferd?

Hautpilz ist eine Hauterkrankung, die bei richtiger Behandlung gut abheilt und auch nur selten Folgeschäden nach sich zieht. Die Pilzinfektion zeigt an, dass das Immunsystem des Pferdes geschwächt ist oder die Haut durch äußere Faktoren angegriffen wurde. Besonders während des Fellwechsels oder in den feuchten Monaten sind Pferde anfälliger für Hautpilz.

Ignorierst du die ersten Symptome, kann sich der Pilzbefall ausbreiten und andere Pferde anstecken. Kritisch wird es, wenn zusätzlich zum Hautpilz bakterielle Infektionen auftreten oder das Pferd durch starken Juckreiz beginnt, sich die Haut aufzukratzen. Bei immungeschwächten oder alten Pferden kann eine unbehandelte Pilzerkrankung zu chronischen Hautproblemen führen, weshalb schnelles Agieren wichtig ist.

 

5 bewährte Hausmittel gegen Hautpilz

Hautpilz beim Pferd kann aus verschiedenen Gründen entstehen, wobei innerliche, wie auch äußerliche Faktoren Einfluss nehmen:

     Schwaches Immunsystem: Stress, schlechte Fütterung oder Krankheiten schwächen die natürlichen Abwehrkräfte und machen das Pferd anfälliger für Pilzsporen, die normalerweise harmlos sind.                                                                        

     Feuchtigkeit und mangelnde Hygiene: Feuchtes Einstreu, verschmutzte Ställe  oder ungewaschenes Putzzeug schaffen ideale Bedingungen für Pilzwachstum und eine Ansteckung zwischen Pferden.

     Direkter Kontakt mit infizierten Pferden: Sporen sind hochansteckend und übertragen sich durch gemeinsames Putzzeug, Halfter oder direkten Kontakt zwischen dem infizierten Pferd und gesunden Tieren.

 

5 bewährte Hausmittel gegen Hautpilz

Um die Heilung von Hautpilz beim Pferd zu unterstützen, empfehlen wir folgende natürliche Mittel. Sie wirken nicht nur gegen die Pilzsporen, sondern stärken auch das Immunsystem und fördern die Regeneration der Haut. Achte bei der Anwendung der Hausmittel immer auf die richtige Dosierung, um effektiv gegen Hautpilzerkrankungen vorzugehen.

Hausmittel #1: Apfelessig

Apfelessig schafft ein saures Milieu auf der Haut, in dem Pilzsporen nicht überleben können. Zusätzlich wirkt er entzündungshemmend und beruhigt gereizte Hautstellen. Die natürlichen Säuren des Essigs desinfizieren die betroffenen Stellen sanft, ohne die Haut zu sehr auszutrocknen.

Anwendung: Verdünne Apfelessig im Verhältnis 1:3 mit Wasser und tupfe die Lösung zweimal täglich auf die betroffenen Stellen. Nach 10 Minuten mit klarem Wasser abspülen.

Hausmittel #2: Teebaumöl*

Teebaumöl besitzt starke antimykotische Eigenschaften und kann Pilzsporen effektiv abtöten. Es dringt tief in die Haut ein und bekämpft den Erreger direkt an der Wurzel. Zusätzlich lindert es den Juckreiz und fördert die Heilung der Haut.

Anwendung: Niemals unverdünnt anwenden! Mische 2-3 Tropfen Teebaumöl mit 50 ml Trägeröl (Olivenöl) und trage die Mischung einmal täglich dünn auf die betroffenen Stellen auf. Achte immer auf die Reaktion der Haut, da eine zu starke Dosierung austrocknend wirken kann.

Hausmittel #3: Kamillentee*

Kamille wirkt entzündungshemmend, beruhigend und leicht antimykotisch. Sie lindert den Juckreiz und fördert die Heilung geschädigter Hautstellen. Besonders bei empfindlichen Pferden ist Kamille eine schonende Alternative zu stärkeren Mitteln.

Anwendung: Bereite einen starken Kamillentee zu (4 Teebeutel auf 500 ml heißes Wasser). Lass ihn abkühlen und wasche die betroffenen Stellen zweimal täglich damit ab. Nicht abtrocknen, sondern an der Luft trocknen lassen. Zudem kannst du einen weniger intensiven Kamillentee zur Stärkung von innen zubereiten und deinem Pferd direkt oder zur Nahrung beigemischt verabreichen.

Hausmittel #4: Propolis-Tinktur

Propolis, das "Antibiotikum der Bienen", besitzt starke antimykotische und antibakterielle Eigenschaften. Es stärkt das lokale Immunsystem der Haut und verhindert einen erneuten Ausbruch. Propolis beschleunigt zudem die Wundheilung und Regeneration der Haut, wodurch besonders fortgeschrittene Infektionen schneller heilen können.

Anwendung: Verdünne Propolis-Tinktur im Verhältnis 1:10 mit Wasser und tupfe die Lösung einmal täglich vorsichtig auf die betroffenen Stellen. Bei empfindlichen Pferden vorher an einer kleinen Stelle testen.

Hausmittel #5: Salzwasser

Eine einfache Salzlösung desinfiziert die Haut, trocknet Pilzsporen aus und lindert Juckreiz. Salz wirkt osmotisch und entzieht den Pilzsporen das für ihr Überleben notwendige Wasser. Gleichzeitig fördert es die Durchblutung und damit die Heilung der Haut.

Anwendung: Löse 2 Esslöffel Meersalz in 500 ml warmem Wasser auf. Wasche die betroffenen Stellen täglich mit dieser Lösung und lass sie an der Luft trocknen. Nach einer Woche die Häufigkeit auf jeden zweiten Tag reduzieren.

 

Warum natürliche Mittel oft nachhaltiger wirken

Natürliche Hausmittel arbeiten mit dem Organismus deines Pferdes zusammen, anstatt ihn zu belasten und die natürliche Hautflora zu zerstören. Zudem enthalten viele natürliche Hausmittel nicht nur antimykotische Substanzen, sondern auch entzündungshemmende und immunstärkende Komponenten. Die natürlichen Mittel werden in der Regel gut vertragen und können auch vorbeugend eingesetzt werden, ohne den Organismus zu schädigen.

 

Vorbeugen ist besser als behandeln: 5 Tipps zur Prävention

Mit den richtigen Maßnahmen kannst du das Risiko einer Pilzinfektion erheblich reduzieren und deinem Pferd viel Leid ersparen. Besonders in der Herbst- und Wintersaison, wenn die Immunabwehr natürlicherweise schwächer ist, sind präventive Maßnahmen entscheidend.

1.    Immunsystem stärken: Füttere regelmäßig immunstärkende Kräuter und achte auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend natürlichen Vitaminen und Mineralstoffen, um die Gefahr einer Pilzinfektion zu reduzieren.                                  

2.    Unterstützung des Hautstoffwechsels: Ergänze das Futter deines Pferdes mit Cistus incanus, um den natürlichen Hautstoffwechsel deines Pferdes zu stärken.

3.    Hygiene im Stall: Halte Ställe trocken und sauber, wechsle feuchtes Einstreu regelmäßig und desinfiziere Putzzeug nach jedem Gebrauch mit verdünntem Apfelessig.

4.    Stressreduktion: Minimiere Stress durch Routinen, ausreichend Sozialkontakt und ausreichend Bewegung, da Stress das Immunsystem schwächt und somit die Anfälligkeit äußerer Einflussfaktoren erhöht.

5.    Quarantäne neuer Pferde: Isoliere neue Pferde für 2-3 Wochen und untersuche sie gründlich auf Hautveränderungen, bevor sie Kontakt zu anderen Pferden haben.

6.    Regelmäßige Fellpflege: Bürste dein Pferd täglich mit sauberem Putzzeug und achte dabei auf erste Anzeichen von Hautveränderungen oder kahlen Stellen. Bei Unregelmäßigkeiten direkt unterstützende Maßnahmen einleiten, um einen stärkeren Ausbruch zu verhindern.

 

Wann ein Tierarzt nötig ist

Obwohl natürliche Hausmittel sehr effektiv sein können, gibt es Situationen, in denen professionelle tierärztliche Hilfe unerlässlich ist:

     Großflächiger Pilzbefall am ganzen Pferd                                                                           

     Starker Juckreiz mit Selbstverletzung

     Bakterielle Sekundärinfektion mit Eiterbildung

     Keine Besserung nach 3 Wochen Behandlung

     Mehrere Pferde gleichzeitig betroffen

     Infektion bei immungeschwächten oder sehr alten Pferden

     Fieber oder allgemeine Krankheitssymptome

     Verkrustete und nässende Wunden

Eine tierärztliche Untersuchung kann den genauen Erreger bestimmen und gegebenenfalls eine gezielte Behandlung mit verschreibungspflichtigen Medikamenten einleiten. Zudem kann der Tierarzt das Immunsystem deines Pferdes untersuchen und zugrundeliegende Erkrankungen ausschließen.

 

Fazit

Hautpilz beim Pferd ist zwar lästig, aber mit den richtigen natürlichen Hausmitteln gut behandelbar. Die Kombination aus äußerlicher Behandlung und innerlicher Immunstärkung führt meist zu guten Erfolgen. Wichtig ist eine konsequente und geduldige Behandlung über mehrere Wochen. Wird Hautpilz rechtzeitig erkannt und angemessen behandelt, können die meisten Pferde vollständig geheilt werden und sind danach resistenter gegen erneute Infektionen.

 

 

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Häufig gestellte Fragen

Welche Hausmittel helfen bei Hautpilz?

Bewährte natürliche Mittel sind Apfelessig, Teebaumöl*, Kamillentee* und Salzwasser für die äußerliche Behandlung sowie immunstärkende Kräuter zur innerlichen Anwendung. Alle Mittel sollten konsequent über mehrere Wochen angewendet werden, um einen nachhaltigen Effekt zu erzielen.

Pilzbefall oder Ekzem: Was ist der Unterschied?

Hautpilz zeigt sich typischerweise als runde, kahle Stellen mit schuppiger Haut, während Ekzeme oft unregelmäßig geformt sind und stärker jucken. Pilzinfektionen sind ansteckend, Ekzeme meist nicht. Die Behandlung unterscheidet sich grundlegend: Pilze erfordern antimykotische Mittel, Ekzeme entzündungshemmende Therapien.

Disclaimer

Die in diesem Artikel vorgestellten Hausmittel, Kräuter und Empfehlungen basieren auf praktischen Erfahrungen und traditionellem Wissen. Sie ersetzen jedoch keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder schweren Symptomen solltest du immer einen Tierarzt konsultieren. Jedes Pferd reagiert individuell auf Behandlungen, daher können die genannten Mittel unterschiedlich wirken. Die Anwendung der Hausmittel erfolgt auf eigene Verantwortung.

*Die markierten Pflanzen fallen unter doping-relevante Substanzen und sollten daher mind. 48 Stunden vor einem Turnier nicht verfüttert werden.

Kristin Trabandt

Kristin Trabandt

Versiert mit Ernährung für Pferde

Kristin Trabandt arbeitet bei Dr. Pandalis und ist langjährig versiert mit der Ernährung bei Pferden, insbesondere im Bereich pflanzlicher Wirkstoffe wie Cistus incanus. Mit ihrer Erfahrung verbindet sie traditionelles Wissen mit moderner Pferdeernährung.

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Quellen

"Antibacterial and antifungal activities of Cistus incanus and C. monspeliensis leaf extracts" in https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/