braunes Pferd im Stall, blickt nach unten

Behandlung von Druse beim Pferd: So kannst du aktiv unterstützen

Zeigt dein Pferd Symptome wie Fieber, geschwollene Lymphknoten und eitrigen Nasenausfluss, besteht der Verdacht auf Druse, eine hochansteckende bakterielle Infektion. In solchen Fällen ist schnelles und gezieltes Handeln erforderlich. Mit dem nötigen Wissen und einer geeigneten Behandlung lässt sich der Krankheitsverlauf in der Regel gut kontrollieren und die Genesung wirksam unterstützen.

Das Wichtigste in Kürze

     Druse ist eine hochansteckende bakterielle Erkrankung, verursacht durch Streptococcus equi, die vor allem junge Pferde betrifft

     Typische Symptome sind Fieber, geschwollene Lymphknoten im Hals- und Rachenbereich sowie eitriger Nasenausfluss

     Eine schnelle Isolierung erkrankter Pferde ist entscheidend, um eine Ausbreitung im Stall zu verhindern

     Mit der richtigen Behandlung und Pflege heilt Druse meist ohne bleibende Schäden aus, unbehandelt kann sie jedoch tödlich enden

Schnell-Check

Die ersten Anzeichen einer Druse zu erkennen, ist der entscheidende erste Schritt für eine erfolgreiche Behandlung. Druse unterscheidet sich von einem gewöhnlichen Atemwegsinfekt durch die charakteristische Kombination aus Fieber und stark geschwollenen Lymphknoten. Eine genaue Beobachtung deines Pferdes hilft dir, frühzeitig zu handeln und eine Ausbreitung zu verhindern. Die Symptome entwickeln sich meist 3 bis 14 Tagen nach der Ansteckung und äußern sich durch:

     Hohes Fieber (über 39°C), das plötzlich auftritt und mehrere Tage anhält

     Stark geschwollene Lymphknoten im Hals- und Rachenbereich, die sich warm anfühlen

     Eitriger, gelblich-grüner Nasenausfluss, der zunächst wässrig beginnt

     Husten und Schluckbeschwerden, das Pferd streckt oft den Hals

     Appetitlosigkeit und allgemeine Schwäche, das Pferd wirkt apathisch

Wann wird Druse gefährlich?

Druse ist grundsätzlich eine ernste Erkrankung, die niemals unterschätzt werden sollte. Besonders gefährlich wird es, wenn die geschwollenen Lymphknoten die Atemwege einengen oder die Infektion auf andere Körperregionen übergreift. Bei der sogenannten metastatischen Druse können sich Abszesse in den Luftsäcken, der Bauchhöhle oder sogar im Gehirn bilden. Ohne angemessene Behandlung kann die Erkrankung tödlich verlaufen, vor allem bei jungen, alten oder immungeschwächten Pferden.

📌 Quick-Tipp: Bei Verdacht auf Druse solltest du sofort einen Tierarzt kontaktieren. Die Erkrankung erfordert professionelle Diagnose und Behandlung!

In 7 Schritten gegen Druse

Wenn das Pferd unter Druse leidet, ist tierärztliche Hilfe notwendig. Trotzdem kannst du in der Zwischenzeit schon erste eigene Schritte einleiten, um dein Pferd und alle weiteren Tiere deines Hofes zu schützen und unterstützen.

Schritt 1: Sofortige Isolierung des betroffenen Pferdes

Das erkrankte Pferd muss umgehend von anderen Pferden getrennt werden, da Druse hochansteckend ist und sich schnell von Pferd zu Pferd überträgt. Bringe dein Pferd in eine separate Box mit eigenem Futterplatz und Wassertränke. Achte darauf, dass mindestens 50 Meter Abstand zu gesunden Pferden eingehalten werden. Die Bakterien können sich durch direkten Kontakt oder kontaminierte Gegenstände übertragen, weshalb das Isolieren enorm wichtig ist.

Schritt 2: Tierärztliche Diagnose und Behandlungsplan

Ein Tierarzt muss die Diagnose durch klinische Untersuchung und Labortest bestätigen. Er wird einen Nasenabstrich nehmen, um das Bakterium Streptococcus equi nachzuweisen. Basierend auf dem Schweregrad der Erkrankung entwickelt er einen individuellen Behandlungsplan. Eine antibiotische Behandlung wird nur in schweren Fällen eingesetzt, da sie die natürliche Abszessbildung behindern kann.

📌 Quick-Tipp: Dokumentiere alle Symptome mit Fotos und Temperaturmessungen. Das hilft dem Tierarzt bei der Diagnose und Verlaufskontrolle.

Schritt 3: Unterstützende Pflege und Symptomlinderung

Biete deinem Pferd weiches, angefeuchtetes Heu an, da das Schlucken schmerzhaft ist. Sorge für eine staubfreie Umgebung und ausreichende Belüftung. Fiebersenkende Mittel können nach tierärztlicher Anweisung gegeben werden. Warme Umschläge an den geschwollenen Lymphknoten können das Reifen der Abszesse fördern und Schmerzen lindern. Sprich dich dabei aber immer mit deinem Tierarzt ab.

Schritt 4: Förderung der Abszessreifung

Die geschwollenen Lymphknoten müssen reifen und aufplatzen, damit der Eiter abfließen kann. Zugsalben können diesen Prozess beschleunigen. Beobachte die Schwellungen täglich. Sobald die Abszesse aufgebrochen sind, spüle die Wunden vorsichtig mit einer milden Desinfektionslösung, um die Übertragung von pathogenen Bakterien zu unterbinden.

Schritt 5: Stärkung des Immunsystems

Unterstütze das Immunsystem deines Pferdes mit antioxidativ wirkenden Kräuter wie Cistus incanus (z.B. in Cystus Equine® enthalten). Die in der Zistrose enthaltenen Polyphenole unterstützen die körpereigenen Abwehrkräfte. Achte zusätzlich auf eine ausgewogene Ernährung mit hochwertigen Vitaminen und Mineralstoffen.

Schritt 6: Hygienemaßnahmen und Desinfektion

Alle Gegenstände, die mit dem erkrankten Pferd in Kontakt gekommen sind, müssen gründlich desinfiziert werden. Dazu gehören Putzzeug, Halfter, Tränken und Futtergeschirr. Wasche dir nach jedem Kontakt gründlich die Hände und wechsle die Kleidung. Damit du andere Pferde nicht ansteckst, benutze separate Arbeitskleidung für die Pflege des kranken Pferdes, 

Schritt 7: Überwachung der Genesung

Die Genesung verläuft meist über mehrere Wochen. Messe täglich die Temperatur und beobachte das Allgemeinbefinden. Erst wenn das Pferd mindestens 14 Tage fieberfrei ist und keine Symptome mehr zeigt, kann es wieder in Kontakt mit anderen Pferden treten. Ein Kontrollabstrich beim Tierarzt bestätigt, dass keine Erreger mehr ausgeschieden werden.

Mythen und Irrtümer: Was nicht hilft

Leider kursieren viele Falschinformationen über die Druse-Behandlung, die wirkungslos oder sogar schädlich sein können. Daher solltest du immer nur auf bewährte Methoden setzen.

     Antibiotika helfen immer bei Druse: Tatsächlich können sie in der Frühphase die natürliche Abszessbildung behindern und zu chronischen Verläufen führen. Sprich dich für die Antibiotikagabe vorher unbedingt mit deinem Tierarzt ab

     Kaltes Wasser kühlt die Schwellungen: Warme Umschläge sind effektiver, da sie die Durchblutung fördern und das Reifen der Abszesse beschleunigen

     Erkrankte Pferde dürfen nicht trinken: Ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist essentiell für die Genesung, auch wenn das Schlucken schmerzhaft ist. Nach Absprache mit dem Tierarzt kannst du auch einen Kräutertee mit Honig aufbereiten, um das Immunsystem deines Pferdes zu unterstützen

     Nach überstandener Druse kann sich das Pferd nicht mehr anstecken: Die Immunität hält nur etwa ein Jahr an, eine erneute Infektion ist möglich. Jedoch gibt es Impfungen, die dein Pferd langanhaltend schützen können. Bitte sprich dich vor einer möglichen Impfung aber auch mit deinem Tierarzt ab

So kannst du Druse vorbeugen

Vorbeugen ist nicht nur besser als behandeln, sondern erspart dir und deinem Pferd auch erheblichen Stress. Besonders in Stallgemeinschaften ist die Vorbeugung essentiell, da sich Druse rasant ausbreiten kann.

Die wichtigste Präventionsmaßnahme ist eine gute Stallhygiene und ein starkes Immunsystem der Pferde. Neue Pferde sollten immer eine Quarantänezeit durchlaufen, bevor sie zu der bestehenden Herde stoßen. Achte auf eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und stressfreie Haltungsbedingungen. Überfüllte Ställe und schlechte Luftqualität begünstigen Infektionen erheblich.

Präventionsmaßnahmen:

     Regelmäßige Stallhygiene mit gründlicher Desinfektion aller Oberflächen und Gegenstände

     Unterstützung des Wohlbefindens mit hochwertigem Cystus Equine® als tägliche Futterergänzung

     Vermeidung von Stress durch bedarfsgerechte Haltung und ausreichend Kontakt zu anderen Pferden

Wann du einen Tierarzt konsultieren solltest

Bei Verdacht auf Druse solltest du niemals zögern und umgehend tierärztliche Hilfe holen, da es sich um eine meldepflichtige und potentiell tödliche Erkrankung handelt. Selbst bei milden Symptomen kann sich der Zustand schnell verschlechtern, besonders bei jungen oder immungeschwächten Pferden. Manche Symptome können auch auf andere ernste Grunderkrankungen hinweisen, die eine spezielle Behandlung erfordern. Im Zweifel ist es immer besser, einmal zu viel als zu wenig den Experten zu konsultieren. Nur ein Tierarzt kann die richtige Diagnose stellen und einen angemessenen Behandlungsplan entwickeln.

Diese Symptome erfordern sofortigen tierärztlichen Besuch:

     Plötzliches hohes Fieber über 39 °C, besonders in Kombination mit anderen Symptomen

     Stark geschwollene Lymphknoten, die die Atmung behindern oder das Schlucken unmöglich machen

     Atemprobleme oder pfeifende Atemgeräusche durch Verengung der oberen Atemwege

     Vollständige Verweigerung von Futter und Wasser über mehr als 24 Stunden

     Blutiger oder sehr starker eitriger Nasenausfluss

     Anzeichen von Krämpfen, Gleichgewichtsstörungen oder anderen neurologischen Symptomen

An alles gedacht? Unsere Checkliste

     Sofortige Isolierung des erkrankten Pferdes von der Herde

     Tierärztliche Untersuchung und Diagnosestellung durch Labortest

     Tägliche Temperaturmessung und Dokumentation aller Symptome

     Warme Umschläge auf geschwollene Lymphknoten zur Förderung der Abszessreifung

     Hygienemaßnahmen: Desinfektion aller Gegenstände und separate Arbeitskleidung

     Unterstützung des Immunsystems durch Cystus Equine® und leicht schluckbarer Ernährung

     Geduld während der Heilungsphase und erst nach 14 Tagen Symptomfreiheit wieder Kontakt zu anderen Pferden

Fazit

Druse ist zwar eine ernste Erkrankung, aber mit dem richtigen Wissen und schnellem Handeln kannst du deinem Pferd effektiv helfen.  Denke daran, dass Prävention der beste Schutz ist und eine starke Immunabwehr der Schlüssel für gesunde Pferde.

 

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Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert eine Druse-Erkrankung?

Die akute Phase mit Fieber und Schwellungen dauert meist 2-3 Wochen. Die vollständige Genesung kann jedoch 4-6 Wochen in Anspruch nehmen. Erst nach 14 Tagen ohne Symptome und negativem Labortest darf das Pferd wieder Kontakt zu anderen Pferden haben.

Kann ich mein Pferd gegen Druse impfen lassen?

Es gibt eine Impfung gegen Druse, die jedoch nicht zu den Standardimpfungen gehört. Die Impfung bietet nur begrenzten Schutz und wird meist nur in Problembeständen empfohlen.
Sprich mit deinem Tierarzt über das individuelle Risiko in deinem Stall.



Ist Druse für Menschen ansteckend?

Streptococcus equi ist spezifisch für Pferde und nicht auf den Menschen übertragbar. Dennoch solltest du Hygienemaßnahmen einhalten, um eine Verschleppung auf andere Pferde zu vermeiden.

Was ist der Unterschied zwischen kalter und warmer Druse?

Bei der typischen "warmen" Druse bilden sich Abszesse in den Lymphknoten, die aufplatzen und heilen. Bei der seltenen "kalten" Druse verbleiben die Erreger in den Lymphknoten ohne Abszessbildung, was zu chronischen Verläufen führen kann.

Wie erkenne ich eine metastatische Druse?

Die metastatische Druse ist eine gefährliche Komplikation, bei der sich Abszesse in anderen Körperregionen bilden. Anzeichen sind wiederkehrendes Fieber nach scheinbarer Genesung,
Kolik-Symptome oder neurologische Auffälligkeiten. Sofortige tierärztliche Behandlung ist lebensrettend.

Disclaimer

Die in diesem Artikel vorgestellten Hausmittel, Kräuter und Empfehlungen basieren auf praktischen Erfahrungen und traditionellem Wissen. Sie ersetzen jedoch keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder schweren Symptomen solltest du immer einen Tierarzt konsultieren. Jedes Pferd reagiert individuell auf Behandlungen, daher können die genannten Mittel unterschiedlich wirken. Die Anwendung der Hausmittel erfolgt auf eigene Verantwortung.

*Die markierten Pflanzen fallen unter doping-relevante Substanzen und sollten daher mind. 48 Stunden vor einem Turnier nicht verfüttert werden.

Kristin Trabandt

Kristin Trabandt

Versiert mit Ernährung für Pferde

Kristin Trabandt arbeitet bei Dr. Pandalis und ist langjährig versiert mit der Ernährung bei Pferden, insbesondere im Bereich pflanzlicher Wirkstoffe wie Cistus incanus. Mit ihrer Erfahrung verbindet sie traditionelles Wissen mit moderner Pferdeernährung.

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Quellen