Frau striegelt braunes Pferd, Fell löst sich

Fellwechsel beim Pferd unterstützen: 5 Tipps für glänzendes Fell

Zweimal im Jahr läuft der Körper deines Pferdes auf Hochtouren: Der Fellwechsel ist weit mehr als ein kosmetischer Vorgang. Er ist eine echte Stoffwechselleistung, die den gesamten Organismus fordert und bekommt dabei selten so viel Aufmerksamkeit, wie er verdient. Wer versteht, was beim Fellwechsel im Pferdekörper passiert, und rechtzeitig handelt, legt den Grundstein für ein satt glänzendes Fell. Mit den richtigen Maßnahmen kannst du deinem Pferd diese intensive Phase deutlich erleichtern.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Nicht die Temperatur, sondern das Tageslicht löst den Fellwechsel aus. Der Körper bereitet sich oft Wochen vor dem ersten sichtbaren Haarausfall vor
  • Früh anfangen zahlt sich aus: Wer erst reagiert, wenn die Haare fliegen, kommt zu spät
  • Aminosäuren, Biotin und Zink sind die wichtigsten Nährstoffbausteine für ein neues, gesundes Haarkleid
  • Tägliches Striegeln stimuliert die Durchblutung der Haarfollikel und beschleunigt den Haarwechsel
  •  Cystus® (Cistus incanus) kann das Immunsystem in dieser belastenden Phase gezielt unterstützen

Was den Fellwechsel beim Pferd wirklich auslöst

Viele Pferdebesitzer glauben, dass steigende oder fallende Temperaturen den Haartausch anstoßen. Tatsächlich steckt dahinter ein präziser hormoneller Mechanismus: Es ist die Tageslichtlänge, die den entscheidenden Impuls gibt.

Die Zirbeldrüse (Epiphyse) im Gehirn des Pferdes registriert, wie lange es täglich hell ist. Bei kürzeren Tagen steigt die Ausschüttung von Melatonin, das seinerseits die Freisetzung von Prolaktin hemmt. Prolaktin reguliert den Zyklus der Haarfollikel und steuert damit direkt, ob Haare wachsen, ausfallen oder ruhen [1]. Eine Studie von O'Brien, Darcy-Dunne & Murphy (2020), veröffentlicht in PLOS ONE, konnte zeigen, dass eine künstliche Verlängerung des Tageslichts die Melatoninproduktion unterdrückt und den Fellwechsel aktiv beschleunigt [1].

Wann beginnt der Fellwechsel beim Pferd?

Mit der Wintersonnenwende am 21. Dezember, wenn die Tage wieder länger werden, sinkt die Melatoninproduktion langsam ab. Der Körper deines Pferdes bereitet das neue Sommerfell bereits in den tiefen Hautschichten vor, lange bevor oben die ersten Haare fallen. Den umgekehrten Prozess löst die Sommersonnenwende am 21. Juni aus: Kürzere Tage bedeuten mehr Melatonin und das Signal zum Aufbau des dichten Winterfells. Je nach Rasse, Alter und Haltungsbedingungen kann sich der gesamte Vorgang über einige Wochen bis hin zu drei Monaten erstrecken [1].

Warum der Fellwechsel mehr ist als ein Schönheitsproblem

Während des Fellwechsels laufen Stoffwechsel und Immunsystem auf Hochtouren. Der Bedarf an Energie, Aminosäuren, Spurenelementen und Vitaminen steigt spürbar an. Gleichzeitig kann das nachrückende Fell starken Juckreiz auslösen.

Pferde, die in dieser Phase nicht mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden, bauen sichtbar ab: Das Fell bleibt stumpf, der Fellwechsel zieht sich in die Länge, und das Pferd wird anfälliger für Infektionen. Protein- und Aminosäuremangel äußern sich beim Pferd unter anderem in schlechter Huf- und Fellqualität, wie das Standardwerk des National Research Council (NRC) zur Pferdeernährung festhält [2].

Pferd im Fellwechsel unterstützen: 5 wirksame Maßnahmen

Tipp 1: Früh starten, nicht auf die fliegenden Haare warten

Der häufigste Fehler in der Praxis ist eine zu späte Reaktion auf den beginnenden Fellwechsel. Da der Körper des Pferdes die Haarproduktion bereits Wochen vor dem sichtbaren Fellwechsel startet, sollte die Nährstoffversorgung idealerweise schon kurz nach der jeweiligen Sonnenwende angepasst werden [1].

Praxis-Tipp: Trage dir Wintersonnenwende (21. Dezember) und Sommersonnenwende (21. Juni) als feste Termine in deinen Kalender ein und passe die Fütterung jeweils zwei bis drei Wochen nach diesen Zeitpunkten an.

Tipp 2: Fellwechsel Pferd Fütterung: Aminosäuren als Baumaterial

Haare bestehen zu großen Teilen aus Keratin, einem Strukturprotein, das nur dann ausreichend gebildet werden kann, wenn die richtigen Aminosäuren vorhanden sind. Lysin, Methionin und Threonin gehören zu den wichtigsten und gleichzeitig zu den am häufigsten limitierenden Aminosäuren in der Pferdeernährung [2, 3]. Methionin ist als schwefelhaltige Aminosäure direkt an der Keratinsynthese beteiligt und liefert zudem Vorläufer für Kollagen und andere Strukturproteine [3].

Das Problem: Gängiges Heu liefert diese Aminosäuren häufig nicht in ausreichender Menge. Luzerne gilt als vergleichsweise reiche Quelle für Lysin und Methionin, da Leguminosen stickstoffbindende Eigenschaften besitzen [2]. Eine gezielte Ergänzung der Fütterung kann in der Fellwechselphase sinnvoll sein.

Praxis-Tipp: Lass im Zweifelsfall eine Heuanalyse durchführen, um Versorgungslücken gezielt zu schließen, anstatt pauschal zu ergänzen.

Tipp 3: Biotin und Zink beim Pferd im Fellwechsel

Biotin (Vitamin B7) ist seit Jahrzehnten als zentraler Nährstoff für Haut, Fell und Hufe beim Pferd anerkannt. Es fungiert als Kofaktor für Enzyme, die an der Keratinproduktion beteiligt sind, und unterstützt die Bildung der interzellulären Lipidmatrix, die dem Haarschaft Stabilität verleiht. In einer kontrollierten Doppelblindstudie an Lipizzaner-Hengsten der Spanischen Hofreitschule Wien führte eine tägliche Supplementierung mit 20 mg Biotin über neun Monate zu einer signifikanten Verbesserung der Hornqualität [4].

Entscheidend ist die Kombination mit Zink: Dieses Spurenelement ist essenziell für die normale Verhornung und die Integrität von Haut und Schleimhäuten. Ein Zinkmangel ist nachweislich mit Schäden an der Hornstruktur verbunden [5]. Biotin entfaltet seine Wirkung am effektivsten im Verbund mit Zink, Kupfer und schwefelhaltigen Aminosäuren wie Methionin [4].

Tipp 4: Täglich striegeln: Fellpflege, die wirklich etwas bringt

Regelmäßige Fellpflege ist kein reines Schönheitsprogramm. Tägliches Striegeln löst nicht nur abgestorbene Haare und Schuppen, sondern regt gezielt die Durchblutung der oberen Hautschichten an. Eine verbesserte Mikrozirkulation versorgt die Haarfollikel effizienter mit Nährstoffen und Sauerstoff, genau den Stoffen, die für das Wachstum des neuen Fells benötigt werden. Gleichzeitig ermöglicht die tägliche Inspektion eine frühzeitige Erkennung von Hautveränderungen, die während des Fellwechsels häufiger auftreten.

Praxis-Tipp: Beginne mit weichen Bürsten in empfindlichen Körperbereichen und arbeite dich mit der Gummikamm-Striegel in dichteren Haarpartien vor. Viele Pferde empfinden den Juckreiz in dieser Phase als intensiv. Sanftes Striegeln kann dabei echte Erleichterung verschaffen.

Tipp 5: Das Immunsystem mit Cystus Equine® stärken

Der Fellwechsel ist eine Phase erhöhter Belastung für das gesamte Immunsystem. Genau hier kann die graubehaarte Zistrose (Cistus incanus) wertvolle Unterstützung leisten.

Die Pflanze enthält einen außergewöhnlich hohen Anteil an Polyphenolen, insbesondere Ellagitannine, Flavonolglykoside und Catechine, die als potente Radikalfänger wirken und freie Radikale neutralisieren, die unter Stoffwechselstress vermehrt entstehen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt Cistus incanus ausdrücklich als natürliche Antioxidansquelle [6]. Eine Studie der Medizinischen Universität Wrocław (Antioxidants, 2023) belegte die ausgeprägte antioxidative Kapazität von 52 verschiedenen Cistus-incanus-Proben [6]. Eine weitere Studie derselben Arbeitsgruppe (Molecules, 2022) konnte die antioxidative Wirkung von Cistus-Wasseraufgüssen in vitro bestätigen [7].

Darüber hinaus legten Untersuchungen am Friedrich-Loeffler-Institut Tübingen und am Virologischen Institut der Universität Münster nahe, dass die Polyphenole der Zistrose die Anheftung von Erregern an Schleimhäute hemmen können, ein mechanischer Schutzeffekt, der besonders in immunologisch belasteten Phasen relevant ist [8, 9].

Cystus Equine® von Dr. Pandalis Tiergesundheit nutzt genau diese Eigenschaften der Zistrose gezielt für Pferde und kann das Immunsystem in Stressphasen wie dem Fellwechsel auf natürliche Weise begleiten.

Praxis-Tipp: Cystus Equine® ist sowohl als getrocknetes Bio-Zistrosenkraut als auch Granulat erhältlich. Beide Formen lassen sich unkompliziert ins Futter mischen und werden von den meisten Pferden gut angenommen.

Natürliche Fellpflege von innen: Cystus Equine

Unser Cystus Equine® mit hochwertiger Zistrose unterstützt dein Pferd in anspruchsvollen Phasen: Für ein starkes Immunsystem und einen gesunden Haut- und Fellstoffwechsel.

Wann solltest du zum Tierarzt?

In den meisten Fällen läuft der Fellwechsel mit etwas Unterstützung problemlos ab. Diese Anzeichen sollten jedoch tierärztlich abgeklärt werden:

  • Der Fellwechsel zieht sich ungewöhnlich lange hin oder bleibt unvollständig
  • Das Pferd verliert stark an Gewicht oder Muskelmasse
  • Das neue Fell wächst stellenweise gar nicht oder ungleichmäßig nach
  • Starker Juckreiz geht mit Hautveränderungen, Schuppen oder kahlen Stellen einher
  • Ältere Pferde zeigen trotz optimaler Versorgung kaum Fortschritt

In solchen Fällen kann eine Blutuntersuchung Aufschluss über Nährstoffdefizite geben und eventuelle Grunderkrankungen ausschließen.

Fazit

Der Fellwechsel ist kein lästiges Randphänomen in der Pferdehaltung, sondern ein biologisch anspruchsvoller Vorgang, der den gesamten Organismus deines Pferdes beansprucht. Wer versteht, was hinter dem ausfallenden Fell steckt, und rechtzeitig mit gezielter Nährstoffversorgung, regelmäßiger Fellpflege und immunologischer Unterstützung reagiert, legt den Grundstein für ein wirklich glänzendes Fell, das von innen kommt


🤖 Hinweis: Das Titelbild dieses Artikels wurde mithilfe von KI erstellt (KI-generiertes Bild).

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Häufig gestellte Fragen

Was löst den Fellwechsel beim Pferd aus?

Nicht die Temperatur, sondern die Länge des Tageslichts ist der eigentliche Auslöser. Die Zirbeldrüse im Gehirn registriert die Tageslichtdauer und steuert über das Hormon Melatonin den Haarfollikelzyklus. Der Startschuss fällt jeweils an den Sonnenwenden: am 21. Dezember für das Sommerfell und am 21. Juni für das Winterfell.

Wann beginnt der Fellwechsel beim Pferd im Frühjahr?

Der Körper des Pferdes beginnt mit der Vorbereitung auf das Sommerfell bereits kurz nach der Wintersonnenwende am 21. Dezember. Sichtbar werden die ersten fallenden Haare meist ab Februar, der Abschluss fällt in der Regel in den Mai.

Wie lange dauert der Fellwechsel beim Pferd?

Das ist individuell sehr verschieden. Je nach Rasse, Alter, Haltungsbedingungen und Gesundheitszustand kann der Fellwechsel zwischen einigen Wochen und drei Monaten dauern. Der Frühjahrsfellwechsel ist in der Regel aufwändiger, da das dichte Winterfell vollständig abgeworfen wird.

Welche Nährstoffe sind beim Fellwechsel des Pferdes besonders wichtig?

Aminosäuren (insbesondere Lysin, Methionin und Threonin), Biotin und Zink sind die wichtigsten Bausteine für ein neues, gesundes Fell. Omega-3-Fettsäuren können zusätzlich die Hautgesundheit unterstützen und Juckreiz lindern.

Disclaimer

Die in diesem Artikel vorgestellten Hausmittel, Kräuter und Empfehlungen basieren auf praktischen Erfahrungen und traditionellem Wissen. Sie ersetzen jedoch keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder schweren Symptomen solltest du immer einen Tierarzt konsultieren. Jedes Pferd reagiert individuell auf Behandlungen, daher können die genannten Mittel unterschiedlich wirken. Die Anwendung der Hausmittel erfolgt auf eigene Verantwortung.

*Die markierten Pflanzen fallen unter doping-relevante Substanzen und sollten daher mind. 48 Stunden vor einem Turnier nicht verfüttert werden.

Kristin Trabandt

Kristin Trabandt

Versiert mit Ernährung für Pferde

Kristin Trabandt arbeitet bei Dr. Pandalis und ist langjährig versiert mit der Ernährung bei Pferden, insbesondere im Bereich pflanzlicher Wirkstoffe wie Cistus incanus. Mit ihrer Erfahrung verbindet sie traditionelles Wissen mit moderner Pferdeernährung.

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Quellen

[1] O'Brien C, Darcy-Dunne MR, Murphy BA. The effects of extended photoperiod and warmth on hair growth in ponies and horses at different times of year. PLOS ONE. 2020;15(1):e0227115.
https://doi.org/10.1371/journal.pone.0227115

[2] Committee on Nutrient Requirements of Horses, National Research Council. Nutrient Requirements of Horses. 6th revised ed. Washington, DC: National Academy Press; 2007.
https://www.nap.edu/catalog/11653/nutrient-requirements-of-horses-sixth-revised-edition

[3] Mok CH, Urschel KL. Amino acid requirements in horses. Asian-Australas J Anim Sci. 2020;33(5):679–695. https://doi.org/10.5713/ajas.20.0050

[4] Josseck H, Zenker W, Geyer H. Hoof horn abnormalities in Lipizzaner horses and the effect of dietary biotin on macroscopic aspects of hoof horn quality. Equine Vet J. 1995;27(3):175–182.
https://doi.org/10.1111/j.2042-3306.1995.tb03060.x

[5] Harrington DD, Walsh JP, White CB. Clinical and pathological findings in horses fed zinc deficient diets. Proc Equine Nutr Physiol Symp.
1973;3:51–57.

[6] Starzec A et al. Polyphenol profile of Cistus × incanus L. and its relevance to antioxidant effect and α-glucosidase inhibition. Antioxidants. 2023;12(3):553. https://doi.org/10.3390/antiox12030553

[7] Bernacka K et al. Antioxidant and antiglycation effects of Cistus × incanus water infusion, its phenolic components, and respective metabolites. Molecules. 2022;27(8):2432. https://doi.org/10.3390/molecules27082432

[8] Droebner K, Ehrhardt C, Poetter A, Ludwig S, Planz O. CYSTUS052, a polyphenol-rich plant extract, exerts anti-influenza virus activity in mice. Antiviral Res. 2007;76(1):1–10. https://doi.org/10.1016/j.antiviral.2007.04.001

[9] Ehrhardt C, Hrincius ER, Korte V, et al. A polyphenol-rich plant extract, CYSTUS052, exerts anti-influenza virus activity in cell culture without toxic side effects or the tendency to induce viral resistance. Antiviral Res. 2007;76(1):38–47. https://doi.org/10.1016/j.antiviral.2007.05.002