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Das Wichtigste in Kürze
• Pferde überhitzen deutlich schneller als Menschen: Ihr thermoneutraler Bereich liegt zwischen 5 und 25 °C, darüber muss der Körper aktiv gegensteuern.
• Schweiß ist hypoton: Im Vergleich zum Blutplasma enthält er eine geringere Elektrolytkonzentration. Pferde verlieren beim Schwitzen jedoch proportional mehr Elektrolyte als Menschen, sodass ein einfacher Salzleckstein allein oft nicht ausreicht, um den Bedarf auszugleichen.
• Wasser allein rehydriert dein Pferd nicht vollständig. Ohne Elektrolyte scheidet der Körper überschüssiges Wasser einfach wieder aus.
• Frühe Warnzeichen erkennen: Erhöhte Atemfrequenz, Apathie und ausbleibender Schweiß bei Hitze sind Alarmsignale.
• kalter Cistus incanus Tee kann das Immunsystem in belastungsreichen Sommerphasen mit antioxidativ wirksamen Polyphenolen unterstützen.
Wie Pferde Wärme abgeben und wo das System an seine Grenzen stößt
Das Pferd ist neben dem Menschen eines der wenigen Säugetiere, das Schwitzen als primären Kühlmechanismus nutzt. Bei Belastung oder Hitze weiten sich die Blutgefäße in der Haut, Schweiß wird über die Apokrindrüsen abgegeben, und die Verdunstung des Schweifes entzieht der Körperoberfläche Wärme. Bis zu zwei Drittel der bei Bewegung erzeugten Wärme werden auf diesem Weg abgeführt [1].
Gesunde, erwachsene Pferde können ihre Körpertemperatur (normal: 37,5bis 38 °C) stabil halten, solange die Umgebungstemperatur in ihrem thermoneutralen Bereich von 5 bis 25 °C liegt. Sobald es heißer wird oder intensive Bewegung dazukommt, müssen aktive Kühlmechanismen einspringen [2]. Bei schwülem Wetter mit hoher Luftfeuchtigkeit sinkt die Verdunstungsleistung des Schweifes, und das Risiko für Hitzestress beim Pferd steigt schnell.
Eine wichtige Besonderheit: Pferdeschweiß ist hypertonisch, das heißt, er enthält deutlich mehr Elektrolyte als das Blutplasma selbst [3]. Im Vergleich zum Menschen verlieren Pferde bei gleicher Belastung pro Körperoberfläche etwa dreimal so viel Schweiß und entsprechend mehr Mineralstoffe [2]. Ein Pferd kann bei mäßiger Belastung 5 bis 10 Liter Schweiß pro Stunde verlieren, bei intensiver Arbeit in der Hitze noch deutlich mehr [1, 3].
Hitzestress beim Pferd erkennen: Diese Anzeichen solltest du kennen
Hitzestress entwickelt sich oft schneller, als man ihn bemerkt. Die folgenden Zeichen sind typische Warnsignale. Je mehr davon gleichzeitig auftreten, desto dringlicher ist das Handeln [2]:
• Erhöhte Atemfrequenz (mehr als 40 Atemzüge pro Minute in Ruhe)
• Erhöhte Herzfrequenz (über 60 Schläge pro Minute), die nach kurzer Ruhe nicht sinkt
• Rektaltemperatur über 39,4 °C (Hitzestress), über 40,5 °C (Hitzschlag, Notfall)
• Apathie, Interesselosigkeit, verlangsamte Reaktion
• Ausbleibender Schweiß bei hoher Körpertemperatur (Anhidrose)
• Dunkle, schlecht durchfeuchtete Maulschleimhäute
• Verlängerte Hautfaltzeit (Zelt-Test): Haut an der Schulter kurz zusammendrücken. Bleibt sie länger als zwei Sekunden stehen, besteht Verdacht auf Dehydration.
Wichtig: Eine Körpertemperatur über 40,5 °C ist ein veterinärmedizinischer Notfall. Sofort kühlen und den Tierarzt rufen.
5 Tipps für einen sicheren Sommer mit deinem Pferd
Tipp 1: Training in die kühlen Stunden verlegen
Die einfachste und effektivste Maßnahme bei Hitzestress ist das Anpassen des Trainingsplans. Früh morgens oder nach Sonnenuntergang sind Temperaturen und Luftfeuchtigkeit deutlich niedriger. Als praktische Faustregel gilt der sogenannte Hitzeindex: Temperatur in Grad Celsius plus relative Luftfeuchtigkeit in Prozent. Liegt dieser Wert über 60, sollte intensives Training vermieden oder deutlich reduziert werden [2].
Transportstrecken in geschlossenen Anhängern oder bei unzureichender Belüftung zählen als besonders belastend: Der Aufwand, die Balance und somit den festen Stand im fahrenden Fahrzeug zu halten, entspricht moderater körperlicher Belastung, und Schweißraten von über 15 Litern pro Stunde sind bei schlechter Belüftung dokumentiert worden [3].
Praxis-Tipp: Plane Turnierfahrten möglichst in die kühlen Morgen- oder Abendstunden. Halte bei Fahrten über zwei Stunden mindestens eine Pause ein und stelle sicher, dass das Fahrzeug gut belüftet ist.
Tipp 2: Wasser frei verfügbar, aber Elektrolyte nicht vergessen
Ausreichend frisches Trinkwasser ist die Grundlage jeder Hitzestressprävention beim Pferd. Wasser allein ist jedoch kein vollständiger Ersatz für die im Schweiß verlorenen Elektrolyte. Da Pferdeschweiß hypertonisch ist, scheidet ein Pferd, das ausschließlich Wasser trinkt, das überschüssige Wasser renal wieder aus, zusammen mit weiteren Elektrolyten [3]. Reines Wasser verdünnt die Körperflüssigkeiten, ohne die ionische Balance wiederherzustellen.
Eine Studie von McCutcheon und Geor (1998) in den Veterinary Clinics of North America zeigt, dass Elektrolytverluste durch Schwitzen bei Belastung in heißen Bedingungen die tägliche Nahrungsaufnahme dieser Ionen deutlich übersteigen können und dass tägliche Elektrolytergänzung in Kombination mit einer hochwertigen Fütterung der effektivste Ausgleich ist [3].
Welche Elektrolyte besonders wichtig sind: Natrium, Kalium und Chlorid gehen am stärksten verloren. Hinzu kommen Calcium und Magnesium aus dem Extrazellulärraum. Ein einfacher Salzleckstein deckt fast ausschließlich den Bedarf an Natrium und Chlorid, die übrigen Ionen fehlen [3].
Praxis-Tipp: Stelle immer frisches Wasser bereit und biete in Phasen intensiver Belastung oder starken Schwitzens gezielt ein vollständiges Elektrolytpräparat an. Elektrolyte stimulieren den Trinktrieb und unterstützen die vollständige Rehydration.
Tipp 3: Schatten und Belüftung als Pflicht, nicht als Option
Pferde in Offenstall- oder Weidehaltung brauchen im Sommer jederzeit Zugang zu Schatten. In der freien Natur ziehen Herden bei Hitze von selbst in schattige Wälder und reduzieren ihre Aktivität. Domestizierte Pferde können dies oft nicht, wenn die Haltung diese Möglichkeit nicht bietet.
Für Pferde in Stallhaltung gilt: Gute Belüftung ohne Zugluft ist entscheidend. Ein nicht belüfteter Stall kann im Hochsommer wärmer werden als die Außentemperatur. Große Tore, Lüftungsöffnungen und wenn möglich Ventilatoren (nicht direkt auf das Pferd gerichtet) helfen, die Luftzirkulation aufrechtzuerhalten [2].
Praxis-Tipp: Kontrolliere die Stalltemperatur mit einem einfachen Thermometer. Überschreitet sie die Außentemperatur, reicht die Belüftung nicht aus.
Tipp 4: Pferd nach Belastung richtig abkühlen
Wird ein erhitztes Pferd zu langsam abgekühlt, kann die Körperwärme sich weiter im Körper stauen. Die effektivste Methode, die Körpertemperatur rasch zu senken, ist das wiederholte Übergießen mit kühlem Wasser und das sofortige Abschaben mit dem Schweißmesser, um das Wasser mit der aufgenommenen Wärme zu entfernen. Dieser Zyklus sollte mehrfach wiederholt werden [2].
Wichtig: Das Wasser soll nicht eiskalt sein, um einen Gefäßkrampf in der Haut zu vermeiden, der die Kühlung paradoxerweise verlangsamen würde. Kühl, aber nicht eiskalt, ist die richtige Temperatur.
Praxis-Tipp: Beginne beim Abkühlen an Beinen und Hals, hier liegt das Blut nah an der Oberfläche, und die Kühlung wirkt besonders schnell. Kühle so lange weiter, bis die Atemfrequenz deutlich gesunken ist und die Haut sich spürbar kühl anfühlt.
Tipp 5: Das Immunsystem natürlich unterstützen mit Cistus incanus
Hitzestress ist nicht nur ein physikalisches Problem. Intensive Wärmebelastung und körperliche Anstrengung erhöhen die Produktion freier Radikale im Körper. Diese sogenannten reaktiven Sauerstoffspezies können Zellen, Proteine und DNA schädigen und belasten das Immunsystem zusätzlich, wodurch sich die Regenerationszeit verlängert.
Hier setzt die graubehaarte Zistrose Cistus incanus an. Sie gehört zu den polyphenolreichsten Heilpflanzen der Mittelmeerregion. Ihre Polyphenole, darunter Ellagitannine, Flavonolglykoside und Catechine, wirken als potente Radikalfänger, neutralisieren reaktive Sauerstoffspezies und unterstützen die antioxidative Kapazität des Körpers.
Eine Humanstudie zeigte, dass die Einnahme von Cistus incanus über sechs Wochen zu einer signifikanten Reduktion von Advanced Oxidation Protein Products (AOPP) führte, einem Standardmarker für oxidativen Zellschaden. Weitere Forschungen des Universitätsklinikums Gdańsk bestätigen das starke antioxidative Potenzial der Pflanze [8].
Cystus Equine® von Dr. Pandalis Tiergesundheit nutzt diese Eigenschaften gezielt für Pferde und kann das Immunsystem in belastungsreichen Sommerphasen auf natürliche Weise unterstützen, als Ergänzung zu einem gut durchdachten Hitzemanagement.
Praxis-Tipp: Cystus Equine® ist sowohl als Bio-Zistrosenkraut als auch als Bio-Granulat erhältlich. Beides lässt sich problemlos ins Futter mischen, auch in der warmen Jahreszeit.
Wann sofort der Tierarzt gerufen werden muss
Hitzestress beim Pferd kann sich innerhalb von Minuten zum lebensbedrohlichen Hitzschlag entwickeln. Diese Anzeichen erfordern sofortige tierärztliche Hilfe:
• Rektaltemperatur über 40,5 °C, die nach aktivem Kühlen nicht sinkt
• Ausbleibender Schweiß trotz hoher Körpertemperatur
• Taumeln, Koordinationsstörungen oder Bewusstseinsänderungen
• Kollaps oder Krampfanfälle
• Dunkle Maulschleimhäute mit verlängerter kapillärer Rückfüllzeit (über 2 Sekunden)
• Dunkel verfärbter Urin (Hinweis auf Muskelabbau durch Rhabdomyolyse)
Bis der Tierarzt eintrifft: Pferd in Schatten bringen, mit kühlem Wasser übergießen und abschaben, Luft zirkulieren lassen.
Fazit: So schützt du dein Pferd zuverlässig vor Hitzestress
Hitzestress ist eines der häufig unterschätzten Gesundheitsrisiken für Pferde im Sommer. Nicht weil er selten vorkommt, sondern weil er sich einschleicht, bevor man ihn erkennt. Wer die Physiologie der equinen Thermoregulation versteht, die Belastung in die kühlen Stunden des Tages legt, für ausreichende Wasserversorgung mit vollständigen Elektrolyten sorgt und das Immunsystem antioxidativ unterstützt, gibt seinem Pferd die besten Voraussetzungen, gut durch den Sommer zu kommen.